deen
Aquarium
Alles √ľber unsere Malawisee-Aquarien

Die 4 Ernährungstypen bei Malawiseebuntbarschen

Bei Malawiseebuntbarschen unterscheidet man zwischen 4 Ernährungstypen:
Herbivore, Carnivore, Omnivore, Limnivore
Gerade die zwei Ernährungstypen "Herbivore" und "Limnivore" werden oft falsch beschrieben und vorallem auch falsch verwendet. Wir möchten mit den Unklarheiten gerne aufräumen und präsentieren Euch diesen Beitrag. Nach und nach werden unsere Arten im Artenverzeichnis mit dem korrekten Ernährungstypen ergänzt. Einige Arten enthalten diese Information schon.
 

Herbivor

Herbivore Cichliden ernähren sich ausschließlich pflanzlich.
Im Gegensatz zu carnivoren, oder limnivoren Cichliden ist der Darm bei herbivoren Cichliden extrem lang. Anhand der Darmlänge lässt sich bei Cichliden auf den Ernährungstypen schließen - je länger der Darm, desto höher ist der pflanzliche Anteil der Nahrung. Diese Grundregel gibt bei Cichliden auch Aufschluss darauf, wie man sie im Aquarium ernähren sollte.
Herbivore Cichliden besitzen einen weniger muskul√∂sen Magen, aber einen daf√ľr sehr langen Darm. Der lange Darm sorgt daf√ľr, dass die schwer verdauliche pflanzliche Kost dennoch anst√§ndig verdaut wird und nicht halb unverdaut den Fisch verl√§sst. Dies w√ľrde letztendlich zur Unterversorgung von N√§hrstoffen f√ľhren.
Zu den herbivoren Arten im Malawisee geh√∂ren die wenigsten. Herbivore Arten gelten als absolute Nahrungsspezialisten und sollten auch im Aquarium ausschlie√ülich pflanzlich (oder nat√ľrlich entsprechendes Ersatzfutter aus der Dose) ern√§hrt werden. Chindongo demasoni und Pseudotropheus sp. "polit" sind zwei der Arten, welche auch oft f√ľr die Aquaristik im Handel auftauchen.
Sollten herbivore Arten, wie die 2 voran genannten Arten nicht entsprechend ernährt werden, so besteht ein hohes Risiko von Darmerkrankungen/verletzungen, sowie eine Verfettung der Organe. Ein schleichender Tot ist also die Folge der falschen Ernährung!
 
Grade bei diesen herbivoren Arten herrscht große Verwirrung, da oft geschrieben steht, dass diese Arten sich ebenfalls vom Aufwuchs ernähren und somit ebenfalls zum limnivoren Ernährungstypen zählen.
Diese Aussage ist nicht ganz korrekt. Die Arten ern√§hren sich nur vom Teil des Aufwuchses - und zwar dem pflanzlichem Teil! Genauer gesagt, werden vielversprechende Stellen rausgepickt, bei denen die Algenstr√§nge besonders kr√§ftig gewachsen sind. Dabei wird darauf geachtet, dass Kleinstlebewesen nur im geringen Ma√üe aufgenommen werden. 
 
Chindongo demasoni

Carnivor

Canivore Cichliden werden auch als ‚ÄěFleisch- oder Fischfresser‚Äú bezeichnet.
Wie der Name schon sagt, ernähren sich carnivore Cichliden hauptsächlich von tierischen Proteinen (Plankton, Wirbellose, Insekten, Kleinstlebewesen im Substrat und Fisch)
Der muskul√∂se Magen sorgt daf√ľr, dass die zumeist tierische Nahrung gut zerkleinert wird, damit diese vom recht kurzen Darm schnell verarbeitet werden kann. Tierische Nahrung ist wesentlich einfacher verdaulich, als pflanzliche Nahrung.
Viele NonMbuna Arten z√§hlen zu den carnivoren Arten. Wie zum Beispiel Aulonocara jacobfreibergi.
 
Aulonocara jacobfreibergi otter point

Limnivor

Limnivore Cichliden ernähren sich vom "Aufwuchs".
Die Tiere werden auch ‚ÄěAufwuchsfresser‚Äú genannt. Mit Aufwuchs ist aber NICHT der ‚ÄěNachwuchs von Cichliden‚Äú gemeint, wie oft unter "Anf√§ngern" verbreitet. Bei deisem Begriff geht es um den ALGENaufwuchs auf Felsen. In diesem Algenaufwuchs leben zumeist Kleinstlebewesen, welche f√ľr einige Arten wohl als besonders schmackhaft gelten. Oft sind gerade die Kleinstlebewesen das Ziel der Buntbarsche. So hat sich ein eigener Ern√§hrungstyp gebildet, welcher sich von Algen UND Kleinstlebewesen ern√§hrt.
Cichliden mit einer limnivoren Nahrungsspezialisierung weiden also Algen ab und verzehren die sich darin befindlichen Kleinstlebewesen. Die Kleinstlebewesen stellen aber einen eher geringeren Anteil der Nahrung dar, was auch die Darmlänge zeigt. Der Darm ist zwar nicht so lang, wie bei Herbivoren Arten, aber dennoch um einiges länger, als bei carnivoren, oder omnivoren Cichliden.
Die meisten Mbuna z√§hlen zu den limnivoren Arten (Aufwuchsfresser). Tropheops sp. "lilac" geh√∂rt zu den Aufwuchsfressern.
 
Tropheops sp. "lilac" (chidunga)
 

Omnivore

Omnivore Cichliden ernähren sich von allem fressbaren im See.
Diese Tiere haben keine besondere Spezialisierung. Auf dem Speiseplan stehen Insekten, Kleinstlebewesen im Substrat oder im Aufwuchs,  Plankton, Wirbellose, Fisch, Pflanzen und Algen). Alles was vom K√∂rper verwertet werden kann, wird aufgenommen.
Der Darm bei omnivoren Cichliden ist l√§nger, als der Darm bei carnivoren, aber k√ľrzer als bei limnivoren Arten.
Zu dem Omnivoren Cichliden im Malawisee zählen einige NonMbuna, wie zum Beispiel Otopharynx tetraspilus
 
Otopharynx tetraspilus
 
 
Beitrag: Malawi Germany
Bilder: Birger Lessow (Barschkeller), Micha, √Ėzg√ľr Demir